Die "Fitness Lounge" im Industriehof

Ein anderer Weg der Ausbildung – Qualifizierung beim Zentrum für Weiterbildung (ZfW)
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Die "Fitness Lounge" am Industriehof liegt an der Ecke Elbinger Straße / Trakehner Straße und ist doch keine gemütliche traditionelle Eckkneipe. Eher ein Bistro mit modernem Ambiente und freundlichen Farben in Blau- und Gelbtönen. So passt das kleine Lokal im Erdgeschoss eines Bürogebäudes auch in die Umgebung an der Neuen Börse, gleich gegenüber. Man kann sich gut vorstellen, dass "Business People" die Lounge für ein spätes Frühstück, die Mittagspause oder den After-Business-Stop gern besuchen. Auf der Wochenkarte findet sich "Kalbsschnitzel natur auf Sauce Hollandaise mit Spargel und Kartoffeln" und andere leckere und leichte Gerichte. "Zu Kantinenpreisen", erläutert Uwe Zakarias, der neben Patrick-Steeven Skwara Ausbilder für HoGa und Hauswirtschaft ist.

Der Blick in die Speisekarte zeigt, dass die "Fitness Lounge" dann doch kein beliebiges Restaurant ist: Der Hinweis auf das Zentrum für Weiterbildung – mit dem Zusatz gGmbH – findet sich gleich auf der ersten Seite neben dem Logo "Jugend Competence Center". Eine Seite weiter wird erklärt: "STEP UP! – Jugend kocht und lernt ist ein Projekt, das jungen Menschen durch Qualifizierungsbausteine einen erfolgreichen Berufsabschluss im Ausbildungsberuf Fachkraft für Gastgewerbe ermöglicht. Die praktischen Inhalte werden in unserem Praxisbetrieb Fitness Lounge vermittelt. Mit Ihrem Besuch und Ihrer Geduld unterstützen Sie unsere Jugendlichen. Danke für Ihren Besuch und Ihr Verständnis – auch wenn‘s mal nicht so klappt!"
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"STEP UP! – Jugend kocht und lernt" ist ein Pilot- und Modellprojekt der Rhein-Main Jobcenter GmbH Frankfurt und des Zentrums für Weiterbildung (ZfW). In diesem Projekt führt das ZfW Jugendliche und junge Erwachsene durch qualifizierende Beschäftigung hin zum Berufsabschluss zur Fachkraft im Gastgewerbe. Zielgruppe sind junge Menschen zwischen 17 und 25 Jahren, die ihren Wohnort in Frankfurt am Main haben, langzeitarbeitslos sind und Leistungen der Rhein-Main Jobcenter GmbH (Arbeitslosengeld II) beziehen, die außerdem lernbeeinträchtigt sind, eine Ausbildung abgebrochen und/oder keinen Hauptschulabschluss erworben haben.

Ute Schuler, Leiterin des Jugend Competence Centers Frankfurt, erläutert den Unterschied zum herkömmlichen Ausbildungsweg, der eine Ausbildungsdauer von zwei oder drei Jahren vorsieht: "STEP UP bietet den Jugendlichen durch Qualifizierungsbausteine die Möglichkeit, in einer individuellen Qualifizierungsdauer den Abschluss zur Fachkraft im Gastgewerbe zu erreichen. Der verlängerte Zeitraum für die qualifizierende Beschäftigung kann sowohl für eine längere, flexiblere und langsamere Lernzeit für die einzelnen Inhalte als auch für Unterbrechungen der Qualifizierung aus persönlichen Gründen verwendet werden." Ausbildungsbausteine und Qualifizierungsmodule bestimmen die Vorgehensweise: "Jeder Qualifizierungsbaustein wird nach erfolgreicher Leistungsfeststellung von der Industrie- und Handelskammer Frankfurt zertifiziert", so Teamleiterin Petra Rahn. "Bei erfolgreicher Teilnahme an der externen Abschlussprüfung der IHK wird der Berufsabschluss zur Fachkraft im Gastgewerbe zuerkannt."
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13 Teilnehmer/-innen werden im Modellprojekt „STEP UP! – Jugend kocht und lernt“ zu Fachkräften im Gastgewerbe ausgebildet. Das ZfW-Team mit Patrick-Steeven Skwara, Ute Schuler, Petra Rahn und Monika Brechtel und Mehmet Sezek.

Der Berufsschulunterricht entfällt in diesem Qualifizierungsmodell. Die fachtheoretischen Inhalte decken die Fachkräfte des ZfW durch praxisorientierte Lerneinheiten ab. Praxis und Theorie sind eng aufeinander bezogen. Der modulare Aufbau ermöglicht den laufenden Einstieg von Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Einzelzertifikate stellen sicher, dass eine Teilqualifikation nachgewiesen werden kann, wenn der erfolgreiche IHKAbschluss einmal nicht gelingen sollte.

13 junge Menschen nehmen aktuell an dem Projekt teil, das im Herbst des vergangenen Jahres begann. Maximal 20 Plätze stehen zur Verfügung. Um die Jugendlichen kümmern sich die Diplompädagogin und Politologin Petra Rahn, der Sozialpädagoge Mehmet Sezek und die Fachausbilder Patrik Skwara und Uwe Zekarias. Monika Brechtel, die geschäftsführende Gesellschafterin des ZfW, erkennt die persönlichen und beruflichen Fortschritte, die die Jugendlichen in diesem Projekt bisher erreicht haben. Und selbstverständlich sieht sie mit Freude, dass ihr Engagement mit der Einrichtung der "Fitness Lounge" im Haus des ZfW von den Gästen und Besuchern des Restaurants anerkannt wird. "Wir gewinnen immer mehr Stammgäste. Das ist sicher auch ein Zeichen, dass die jungen Menschen ihr Job gut machen."
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