„Jobs für best!agers“

Know-how sichern und Erfahrungspotenziale nutzen

Die Rhein-Main Jobcenter GmbH nimmt am Bundesprogramm „Perspektive 50plus“ teil –
jetzt gemeinsam mit der ARGE Darmstadt
Die Rhein-Main Jobcenter GmbH (RMJ) ist an dem Bundesprogramm von Anfang an beteiligt und setzt den „Beschäftigungspakt für Ältere“ in der Region Frankfurt mit Erfolg  seit Oktober 2005 um. Unter der Bezeichnung „Perspektive 50plus“ läuft dieser Beschäftigungspakt als ein Projekt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, in Frankfurt trägt die Initiative den aussagestarken Titel „Jobs für best!agers“. Ältere Langzeitarbeitslose in Beschäftigung zu bringen, ist das primäre Ziel des Bundesprogramms und auch einer der geschäftspolitischen Schwerpunkte des RMJ: „Dieser Herausforderung stellen wir uns nachhaltig“, bekräftigt RMJ-Geschäftsführer Robert Standhaft.
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Robert Standhaft, Geschäftsführer der Rhein-Main Jobcenter GmbH: „Ältere Langzeitarbeitslose in Beschäftigung zu bringen, ist eine Herausforderung, der wir uns mit dem Projekt ‚Jobs für best!agers’ nachhaltig stellen. Unser primäres Ziel ist die Vermittlung in den allgemeinen Arbeitsmarkt.“

Neue Basis in der Region Rhein-Main

Das Projekt ist in die zweite Förderphase von 2008 bis 2010 gestartet. Dafür wurde die Aktionsbasis erweitert: Das RMJ ist für die zweite Phase eine regionale Partnerschaft mit der ARGE Darmstadt eingegangen. Diese beiden Einrichtungen der sozialen Grundsicherung („Hartz IV“) gehen jetzt gemeinsame Wege und setzen „Jobs für best!agers“ in der Region Rhein-Main koordiniert und gemeinschaftlich um. „Wir wollen die Potenziale des einheitlichen Wirtschaftsraums Rhein-Main noch effektiver nutzen“, erläutert RMJ-Geschäftsführer Robert Standhaft diesen Schritt. „Anhand konkreter gemeinsamer Vorhaben soll die Zusammenarbeit der beiden Kommunen in der Region nachhaltig weiterentwickelt
werden, insbesondere um Vorteile im globalen Standortwettbewerb zu erzielen. Die gemeinsame Teilnahme beider Städte am Bundesprogramm ist für die Region ein wichtiger und zeitgemäßer Schritt in eine neue Qualität der Kooperation und der Beginn gemeinsamer Beschäftigungsprojekte.“

Projektleiter Uwe Knecht verweist auf die neue Konstellation: „Die räumliche Nähe im Wirtschaftsraum Rhein-Main macht somit weitere Integrationschancen möglich. Insgesamt sind im Rahmen der Ausdehnung der Paktregionen neue Partnerschaften entstanden, so dass in Südhessen mit den Städten Frankfurt am Main, Darmstadt und Offenbach sowie den Landkreisen Offenbach, Groß-Gerau, Darmstadt-Dieburg und der angrenzenden Stadt Aschaffenburg in Bayern eine fast flächendeckende Paktbildung geschaffen wurde.“

Beschäftigungschancen verbessern

„Bei diesem gemeinsamen Projekt handelt es sich in aller erster Linie darum, die Beschäftigungschancen älterer Arbeitsloser, die Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) beziehen, zu verbessern“, so Uwe Knecht. „Es geht um ihre Aktivierung und Vermittlung den allgemeinen Arbeitsmarkt der Rhein-Main-Region, also die Integration in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Dabei sollen die bisherigen Erfahrungen und Erfolge bei der Umsetzung des Projekts ‚Jobs für best!agers’ in Frankfurt von beiden Partnern nicht nur genutzt, sondern auch weiterentwickelt werden.“

Zur Verbesserung der Beschäftigungschancen der Zielgruppe 50plus werden mehrere arbeitsmarktpolitische Instrumente eingesetzt. Dazu zählen insbesondere so genannte „Integrationszentren“, mit deren Durchführung die beiden Träger GPE – Gesellschaft für Personalentwicklung mbH und CC:B – Competence Center:Business GmbH von den beiden ARGEn beauftragt wurden. In einem dreimonatigen Vollcoaching werden die Teilnehmer dort intensiv auf eine Arbeitsaufnahme vorbereitet. Ziel dieser Einrichtungen ist in diesem Zeitraum eine Vermittlung in den Arbeitsmarkt zu erreichen.
Insgesamt sollen jährlich 850 langzeitarbeitslose Ältere diese Maßnahme durchlaufen. Das Spektrum der Instrumente reicht von altersspezifischen Angeboten des Profilings, den individuellen Coachings, der Vorbereitung von Existenzgründungen über spezifische Weiterbildungen und Praktika bis hin zur Beschäftigung in Unternehmen. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht immer die Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt.
 
Den Unternehmen werden deshalb auch die gesetzlich möglichen Unterstützungsleistungen angeboten, um ihre Bereitschaft zur Einstellung Älterer zu erhöhen. Dies schließt auch finanzielle Förderinstrumente ein wie den Eingliederungszuschuss für Ältere (Seite 11) oder in besonderen Fällen den Beschäftigungszuschuss (Seite 13), der nicht altersspezifisch ist. Es gibt ferner Möglichkeiten, neu eingestellte Beschäftigte unternehmensintern gefördert zu qualifizieren. Schließlich setzen die gesetzlichen Bestimmungen einen weiteren Rahmen bei der befristeten Einstellung von Älteren (Seite 10).
Der Zielgruppe gemäß sollen die Eingliederungsmaßnahmen zusätzlich mit Sport- und Gesundheitsförderung unterstützt werden, um die Leistungsfähigkeit und das Selbstvertrauen der Kundinnen und Kunden zu stärken. Derzeit wird das vorhandene Angebot in der Rhein-Main Jobcenter GmbH und der ARGE Darmstadt angepasst.

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Die erste Phase des Projekts „Jobs für best!agers“ von Oktober 2005 bis Ende 2007 hat bereits deutlich gezeigt, dass es regionale Arbeitsmarktpotenziale auf beiden Seiten gibt: In der Generation 50plus finden sich viele Teilnehmer, die fit für einen Einsatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sind und deren Stärken und Möglichkeiten im Profiling herausgearbeitet wurden.
Gleichzeitig ist ein Erkenntnisfortschritt in der Wirtschaft festzustellen: Die Bereitschaft, ältere Bewerber/-innen einzustellen, ist offenkundig gewachsen. Für Projektleiter Uwe Knecht liegen die Gründe dafür nicht nur in der anhaltend positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes, sondern auch in der Einsicht, dass im Zeichen des demografischen Wandels die Generation 50plus nicht abgeschrieben werden darf, sondern gebraucht wird. Demografischer Wandel bedeutet: Schon jetzt sind 30 Prozent der Deutschen über 50 Jahre alt. Im Jahr 2020 werden es fast 40 Prozent sein, insgesamt 19,5 Millionen Menschen.

Unternehmen, die best agers beschäftigen, haben bessere Chancen, sich im Wettbewerb zu behaupten, weil sie Know-how sichern und Erfahrungspotenzial nutzen. Ein zeitgemäßes Personalmanagement setzt auf Kompetenz und Erfahrung.
Eine höhere Lebenserwartung, sinkende Geburtenzahlen und der daraus resultierende Fachkräftemangel führen notwendiger Weise dazu, dass der Anteil lebensälterer Beschäftigter in den Betrieben steigen wird. RMJ-Geschäftsführer Standhaft: „Unser erklärtes Ziel ist es, vermehrt über 50-Jährige in die Arbeitswelt zu integrieren. Diese Herausforderung lässt sich allerdings nur gemeinsam verwirklichen. Dazu benötigen wir alle Beteiligten, auch die Verbände, Kammern und Gewerkschaften – vor allem aber vorausschauende und innovative Unternehmer/-innen, die sich den Herausforderungen der Zukunft heute schon stellen.“ Beispiele zeigen, dass sich Arbeitgeber mit Weitblick in diese Richtung orientieren (siehe dazu die Berichte auf den folgenden Seiten).

SvenjaBierl
Svenja Bierl, Stellvertretende Projekteiterin von „Jobs für best!agers“: „Jährlich sollen über 3.000 langzeitarbeitslose Ältere bei diesem Projekt angesprochen werden.“