Attraktive Angebote, interessierte Jugendliche und ein gemeinsames Ziel: möglichst viele junge Menschen in Ausbildung zu bringen

JobMobil-Börse
Das Bürgerhaus im Frankfurter Stadtteil Griesheim - ein großzügiges Ambiente für die JobMobil-Börse der Rhein-Main Jobcenter GmbH, die jetzt um einige Monate früher als im vergangenen Jahr stattfand: "Den Jugendlichen bleibt mehr Zeit für die Orientierung und Suche", meint die Dezernentin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld.

Ausbildungsleiter Thomas Diehl von der Discountkette Lidl meint, er hätte die JobMobil-Börse eigentlich schon nach einer Stunde wieder verlassen können. Nicht etwa weil ihm die Veranstaltung der Rhein-Main Jobcenter GmbH im Griesheimer Bürgerhaus erkennbar nichts gebracht hätte. Ganz im Gegenteil.

Er hatte da sein Ziel schon erreicht und übertroffen: Ein junger Bewerber, der sich auf der Börse vorstellte, wird ganz sicher im neuen Ausbildungsjahr bei Lidl anfangen können und eine ganze Reihe anderer Jugendlicher hat sich so gut präsentiert, dass auch sie noch in die engere Wahl kommen und eine Chance im Auswahlverfahren erhalten. Thomas Diehl ist selbstverständlich bis zum Ende der Börse geblieben. Das Fazit seiner ersten Teilnahme: "Es hat sich gelohnt, ein sehr gutes Bewerberpotenzial, viele motivierte und interessierte Jugendliche." Das nächste Mal will er wieder dabei sein.
ausbildungsplatz bei fielmann
Auch der Konkurrent Aldi war präsent, ebenso die Optikkette Fielmann, die Deutsche Bahn AG, die Alte Leipziger Versicherung, der Pharmaziehersteller Merck und XXXLutz, der rund 18.000 Mitarbeiter in den Möbelhäusern seiner diversen Marken beschäftigt und 2.000 junge Menschen in unterschiedlichen Berufen ausbildet – von Einzelhandelskaufleuten über Logistikfachkräfte bis hin zu Systemgastronomen.

Als größter regionaler Arbeitgeber war die Fraport AG mit ihrem Tochterunternehmen Airport Personal Service GmbH (APS) vertreten, die laufend Voll- und Teilzeitstellen u. a.  für Luftverkehrskaufleute, technisches Personal, Ramp- und Check-in-Agents anbietet und mit einem anderen Tochterunternehmen, der Logistic People Academy, kooperiert. Diese bildet in dreimonatigen Seminaren zum "Air Cargo Handling Specialist" aus – an Bewerberinteresse war da kein Mangel.

Insgesamt über dreißig Unternehmen "quer durch alle Berufsgruppen" präsentierten ihre Ausbildungs- und Arbeitsplatzanagebote auf der JobMobil-Börse. "Diese Vielfalt freut mich ganz besonders", betonte die Sozialdezernentin und Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld bei der Eröffnung. Die Zahl der Arbeitgeber übertraf deutlich die Beteiligung bei der gleichen Veranstaltung, die im letzten Jahr im Berufsinformationszentrum (BIZ) in der Fischerfeldstraße gemeinsam mit der Arbeitsagentur stattfand.

Nicht nur das Griesheimer Bürgerhaus bot den Firmen einen anderen Auftritt als die räumlich beschränkten Verhältnisse in der Fischerfeldstraße, sondern vor allem auch der um einige Monate vorverlegte Termin wurde als Fortschritt begrüßt: "So bleibt den Jugendlichen mehr Zeit, sich auf dem Ausbildungsmarkt zu orientieren und um einen Ausbildungsplatz zu bewerben", stellte die Dezernentin fest und unterstrich: "Alles, was jungen Menschen den Weg ins Berufsleben erleichtert, unterstützen wir gern.

Eine abgeschlossene Ausbildung in einem Berufszweig mit Zukunft ist heute wichtiger denn je. Die Ausbildung ist der Türöffner, um später einen  guten Arbeitsplatz zu finden und von der eigenen Berufstätigkeit leben zu können. Gleichzeitig sind die Arbeitgeber auf gut qualifiziertes Personal angewiesen. Und der Stadt Frankfurt sind zufriedene Bürgerinnen und Bürger ebenso wichtig wie gute Standortbedingungen für die Betriebe. So ergänzen sich bei unserer JobMobil-Börse die verschiedenen Interessen zu einem gemeinsamen Ziel: möglichst viele junge Menschen in Ausbildung zu bringen."

Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen hat offenkundig nicht gelitten: Metro Cash & Carry Deutschland mit seinem Großmarkt in Frankfurt-Riederwald hat die Kapazität sogar von drei auf sieben Ausbildungsplätze erhöht, wie Betriebsleiter Sebastian Golke berichtete. Nach den guten Erfahrungen des vergangenen Jahres war Metro auch diesmal wieder dabei. Genauso wie die Fleischereibetriebe Brandenburger aus der REWE-Gruppe, die Gastronomiekette Marché International und die Samson AG, ein Unternehmen der Mess- und Regeltechnik.

Die Personalreferentin Andrea Schmidt ist immer bemüht, auch die Mädchen für die technischen Berufe zu begeistern – als zukunftssichere Alternative zu den traditionellen Berufsbildern. Dass die Friseurin auf der Hitliste der weiblichen Berufswünsche immer noch weit oben steht, war am umlagerten Stand von Mario Pohl unverkennbar. Den jungen Männern war ein faszinierendes Äquivalent geboten –  eine echte chromblitzende Harley Davidson der Harley Factory Frankfurt.

Ausbildungsberater Karl-Heinz Tantscher von der IHK Frankfurt am Main war einer der begehrtesten Gesprächspartner, bei dem die Jugendlichen für die Beratung zur Berufsorientierung Schlange standen. Andere suchten den Kontakt zur Handwerkskammer Rhein-Main, zum Bildungswerk Bau Hessen-Thüringen e. V. oder zum Fachverband Metall Hessen oder zur Landesärztekamamer oder zu den städtischen Kitas Frankfurt am Main.

RMJ-Geschäftsführerin Claudia Czernohorsky-Grüneberg beobachtete interessiert die Begegnung der Bewerber/-innen mit den potenziellen Arbeitgebern: Fast alle waren nicht nur durch fachkompetente Ausbildungsleiter und Personalreferenten vertreten, sondern hatten eigene Auszubildende mitgenommen. Den Kommunikationsprozess förderte dies auf jeden Fall.

Zu den aufmerksamsten Besuchern zählte Stadtrat Hans-Dieter Bürger - nicht weil er für sich selbst oder einen jungen Familienangehörigen auf der Suche war. Bis zum Eintritt in den Ruhestand war Bürger Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit. Sein erster – positiver – Eindruck beim Betreten des Griesheimer Bürgerhauses: Hier stehen junge Leute Schlange wie bei einem Fußballspiel, an der Kinokasse oder für ein  Popkonzert. In den Gesprächen mit den Arbeitgebern fand er dann bestätigt, wie ordentlich, interessiert und motiviert die Jugendlichen auftraten - ganz anders als oft kolportiert.

Der Gesamteindruck spiegelt sich auch in den Zahlen wider: 1.482 junge Kundinnen und Kunden hatte die Rhein-Main Jobcenter GmbH zur Börse eingeladen. 304 von ihnen hatten sich entschuldigt und konnten meist wegen schulischer Verpflichtungen nicht kommen. 557 haben die JobMobil-Börse dann tatsächlich besucht – "eine hervorragende Quote" nach Auffassung von Claudia Czernohorsky-Grüneberg. Außerdem wurden aber auch noch 232 jugendliche Besucher registriert – als gern gesehene Gäste: Sie werden nicht von RMJ betreut, sondern von der Arbeitsagentur.