„Keine prekären Arbeitsverhältnisse“

Partner des Jobcenters Frankfurt am Main: FraSec Fraport Security Service GmbH

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Blaue Dienstkleidung, weißes Hemd oder weiße Bluse und graue Krawatte mit dezentem FraSec-Emblem bereits während der Qualifizierungsmaßnahme: Die Teilnehmer an einem Ausbildungslehrgang zum Luftsicherheitsassistenten/-in wurden vom Jobcenter Frankfurt am Main sorgfältig ausgewählt.
Einen sechswöchigen Lehrgang mit 220 Unterrichtsstunden absolvieren gegenwärtig 17 Damen und Herren im FraSec-Ausbildungszentrum in Kelsterbach. Lebensalter, Ausbildung und Beruf, aber auch die Herkunft sind unterschiedlich. Die Gemeinsamkeiten sind die Betreuung durch das Jobcenter Frankfurt und das Ziel: Sie wollen Luftsicherheitsassistent/-in werden. Dafür brauchen sie den Lehrgang und müssen eine vierteilige Prüfung in Theorie und Praxis bestehen, die die Bundespolizei abnimmt. Die Regelungen und Vorschriften sind streng, denn an die Sicherheit im Luftverkehr werden hohe Anforderungen gestellt, spätestens seit dem 11. September 2001, wie FraSec-Geschäftsführer Carsten Röcken berichtet. „FraSec“ steht für die Fraport Security Service GmbH, eine 100-Prozent-Tochter der Fraport AG mit gegenwärtig rund 3.500 Mitarbeitern.

Das Aufgabenfeld der FraSec beschreibt Arbeitsdirektor und Geschäftsführer Rainer Friebertshäuser: „Mit Zuverlässigkeit und höchster Qualität erfüllen wir Sicherheits- und Servicedienstleistungen an den Flughäfen Frankfurt/Main und Frankfurt-Hahn. Unser Team gewährleistet die Sicherheit für Passagiere und Personal am Flughafen auf hohem Niveau. Kompetenz, Verantwortungsbereitschaft und Kundenfreundlichkeit gehören zu den Kernkompetenzen unserer Beschäftigten in allen Tätigkeitsfeldern unseres Unternehmens. Im Bereich der Airport Security nehmen wir eine führende Rolle ein. Mit unserem langjährigen Know-how können wir uns dem sich stets in Bewegung befindlichen Markt schnell anpassen und auf aktuelle Herausforderungen reagieren.“
Konkret gewährleistet die FraSec die Sicherheit von Passagieren, ihre Mitarbeiter führen die Passagier- und Gepäckkontrollen gemäß § 5 Luftsicherheitsgesetz (LuftSiG) durch. Das Gesetz schreibt unter anderem vor, sowohl Passagiere als auch deren Gepäck auf gefährliche und verbotene Gegenstände zu durchsuchen. Die Mitarbeiter stehen als „beliehene Luftsicherheitsassistenten/innen“ der Bundespolizei zur Verfügung. Ein zweiter Einsatzbereich ist die Personal- und Warenkontrolle gemäß § 8 LuftSiG. Ein dritter Bereich ist der Terminalservice, dabei helfen die FraSec-Mitarbeiter den Passagieren und Besuchern bei der Orientierung am komplexen internationalen Flughafen Frankfurt/Main und sichern einen reibungslosen Ablauf bis zum Abflug. Ein weiterer Bereich sind die Sicherungsdienste, dazu gehören insbesondere Kontrolldienste, Baustellenbewachung, Pfortendienste, Sicherheitszentralen, Eingangs- und Veranstaltungskontrollen.

FraSec ist ein dynamisch wachsendes Unternehmen mit einem hohen Personalbedarf und ein Jobmotor in der Rhein-Main-Region wie am Flughafen Hahn im Hunsrück. 660 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter will die FraSec im Jahr 2011 als Luftsicherheitsassistenten ausbilden. Diese hohe Zielmarke ist noch nicht erreicht. Die Zahl der wöchentlich eingehenden Bewerbungen überschreitet oft die Marke von einhundert.
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Die FraSec-Geschäftsführer Carsten Röcken und Arbeitsdirektor Rainer Friebertshäuser mit Klaus Zwaack, dem Aufgabenleiter des FraSec-Ausbildungszentrums in Kelsterbach (v.l.n.r.)

Durchschnittlich zehn bis fünfzehn haben Erfolg. Die Anforderungen an die Luftsicherheitsassistenten sind relativ hoch, vor allem im Bereich der Fitness erfordern die laufenden Personenkontrollen einen physischen Einsatz, der den Standards eines Leistungssportlers entspricht. In speziellen arbeitsmedizinischen Untersuchungen muss zudem festgestellt werden, dass die Bewerber nicht durch eine Rot-Grün-Schwäche oder andere Handicaps beeinträchtigt werden.

„Zur Philosophie unseres Unternehmens gehören Zuverlässigkeit, Offenheit, Fairness und Respekt gegenüber unseren Kunden sowie unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, betont Arbeitsdirektor Friebertshäuser. Dies betrifft auch die Entlohnung nach Tarif: „Wir haben keine prekären Arbeitsverhältnisse!“ FraSec stellt sich wie die Muttergesellschaft Fraport AG als ein Unternehmen in öffentlicher Hand der sozialen Verantwortung als Arbeitgeber.
Das Jobcenter Frankfurt ist für die FraSec ein wichtiger Arbeitsmarktpartner, insbesondere in der Situation eines deutlich geringeren Angebotes an Bewerbern. Durch die kontinuierliche Zusammenarbeit kann die FraSec zusätzlich ein Bewerberpotenzial in der Region direkt ansprechen. Die Projektarbeit schafft jetzt eine breitere Basis, auf der die Zusammenarbeit intensiviert und über die Vermittlung von einzelnen Arbeitslosen hinaus ausgedehnt wird: Die 17 Teilnehmer des aktuellen Kurses sind nur der Beginn, weitere Tranchen werden in den nächsten Monaten folgen.

Klaus Zwaack, der Aufgabenleiter des FraSec-Ausbildungszentrums, hat bei den Teilnehmern aus dem Betreuungskreis des Jobcenters beobachtet: „Ihr Wille zu arbeiten ist sehr stark ausgeprägt. Sie sind engagiert und erwecken nicht den Eindruck, als sei der Job eine Verlegenheitslösung.“

Das Unternehmen hat mit der Beschäftigung von Menschen, die aus der Langzeitarbeitslosigkeit kommen oder aus anderen Gründen vom Jobcenter betreut werden, durchaus gute Erfahrungen gemacht. Für viele neue Mitarbeiter ist der Job im Sicherheitsdienst der Wiedereinstieg und die Möglichkeit, die Beschäftigungsangebote eines großen Unternehmens zu nutzen. „Im positiven Sinn sind wir ein Durchlauferhitzer“, bemerkt Geschäftsführer Carsten Röcken. Und Arbeitsdirektor Rainer Friebertshäuser erinnert sich sogleich an die beiden Ingenieure, die ihre Langzeitarbeitslosigkeit durch die Jobs als Servicekräfte in der Luftsicherheit beenden konnten und heute wieder in ihrem erlernten Beruf arbeiten – bei der Fraport AG.