Frankfurter Weg zum Berufsabschluss

Mit dem „Frankfurter Weg zum Berufsabschluss“ erhalten langzeitarbeitslose Erwachsene im Alter von 25 bis 45 Jahren eine zweite Chance, einen Berufsabschluss in 17 verschiedenen Berufen zu erwerben. Sie können an der Qualifizierungsmaßnahme teilnehmen, wenn sie un- oder angelernt sind, Berufserfahrung, aber keinen Berufsabschluss haben, eine Ausbildung abgebrochen haben, Berufsabschlüsse im Ausland erworben haben, die in Deutschland nicht anerkannt werden, von den Betrieben nicht mehr für die Erstausbildung eingestellt werden.

Der „Frankfurter Weg zum Berufsabschluss“ ist in drei Stufen von jeweils zwölf Monaten gegliedert. Die Teilnehmer/-innen binden sich zunächst nur für eine Stufe und entscheiden sich erst nach zwölf Monaten für die Fortsetzung, die ihren Entwicklungsfortschritten entspricht. Der Stufenwechsel ist nach einer erfolgreichen Stufenabschlussprüfung möglich. Die Prüfung nach Stufe 2 entspricht dem Niveau einer Zwischenprüfung in der dualen Ausbildung.

Jede Stufe beinhaltet Qualifizierungsbausteine. Welche und wie viele Qualifizierungsbausteine in der jeweiligen Stufe erreicht werden können, hängt von der Berufsrichtung ab. Durchschnittlich werden zwei bis vier Qualifizierungsbausteine in einem Umfang von jeweils 200 bis 400 Stunden in einer Stufe absolviert. Die Qualifizierungsbausteine sind den Arbeitgebern bekannt und werden mit Zertifikaten der Kammern dokumentiert.

Das Konzept des „Frankfurter Wegs zum Berufsabschluss“ ist in besonderer Weise auf die Lern- und Leistungsbereitschaft langzeitarbeitsloser Menschen über 25 Jahre abgestimmt.Die Ziele sind nicht rein prüfungsorientiert, im Mittelpunkt stehen vielmehr  selbstständiges Arbeiten und selbstorganisiertesLernen als wichtige Kompetenzen für ein erfolgreiches Berufsleben. Das System ist offen angelegt, um auch Telnehmer/-innen zu erreichen, die sich vielleicht keine komplette Berufsausbildung zutrauen, aber mitarbeiten und sich qualifizieren wollen. Bei zunehmender Leistungsfähigkeit und wachsendem Selbstvertrauen können sie weitermachen – und zwar in der Zeit, die sie brauchen, längstens aber in der üblichen Ausbildungsdauer. Der „Frankfurter Weg zum Berufsabschluss“ ist eine mehrstufige Qualifizierung in Modulen, die bis zu einem anerkannten Berufsabschluss (§ 45 BBiG - Externenprüfung) führen kann. Wie in der dualen Berufsbildung besteht das Ziel darin, berufliche Handlungsfähigkeit zu erlangen und die erforderliche Berufserfahrung im Arbeitsprozess zu ermöglichen.

Das Konzept für den „Frankfurter Weg zum Berufsabschluss“ hat die Werkstatt Frankfurt mit der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main und der Handwerkskammer Rhein-Main entwickelt. Dies gewährleistet, dass Qualifizierungsbausteine als Nachweise der Mitarbeit und Qualifizierung anerkannt werden und die Grundlage für die Anmeldung zur Externenprüfung auf der Basis des Berufsbildungsgesetzes bilden. Kooperationspartner bei diesem Projekt ist das Jobcenter Frankfurt am Main.